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Kaffee-Träume, handgemacht  -  von Michael Passon

Hohe Ziele. viel Arbeit: Oliver Krach arbeitet an seinem Traum.

Der Utforter Junge Oliver Krach hat gegenüber des alten Bergamtes die Kaffeerösterei "Oranien-Nassau" eröffnet.

NRZ vom 09.08.2013Was sind Sie eigentlich für'n Typ? Muss, der Löffel stehen oder soll's eher ein Schuss Kaffee in die Milch sein? Die Welt. die sich dazwischen auftut, ist riesig, spannend, vielfältig und modern. Denn Kaffeetrinken ist weit mehr als Wachwerden. Das ist Lifestyle. 500 Kleinröster gibt's mittlerweile in Deutschland, die können alles erzählen und zeigen rund um Arabia und Co.

Einer von ihnen ist jetzt Oliver Krach, Spross der alteingesessenen Utforter Fahrschule und ausgestattet mit einer Art Kaffeeführerschein. Nichts zwischen Röstgrad und Aroma, worüber der 42-Jährige nicht eine lebhafte Geschichte erzählen könnte. Das tut er seit einigen Tagen täglich.

Anders sein ist das Motto, Qualität zum Programm machen das Ziel. Viel Weg, das wissen die Krachs. Gattin Myriam und selbst Söhnchen Kimi sind deshalb täglich mit von der Partie. Und natürlich, denkt der Neu-Gastronom seine Philosophie weiter, gehört auch nicht-alltäglich Küche dazu. Die Bandbreite reicht von warmem Ziegenkäse über die Currywurst oder den Käsekuchen bis zum Wagyu-Burger, dem teuersten Fleisch der Welt. "Wir sehen uns vor allem in der Anfangszeit als Probierstube, wollen herausfinden, was unsere Kunden wollen."

Zurück zum Kaffee: Wer Oliver Krach dabei beobachtet, wie er neugierigen Kunden die Funktionsweise der riesigen Röstmaschine im Eingang erklärt, der ahnt, dass der Familienvater einst eine Menge Backöfen verkauft haben muss. Hmmm, wie das schon riecht. Gute Bohne, guter Duft. Wer ihm dabei in die Augen sieht und irgendwo im Kaffee-Referat zwischen Indien und brasilianischem Hochland den Faden verliert, der merkt: Da ist einer angekommen. Wussten Sie, dass es auf der Kaffee-Weltkarte eine Art Nord-Süd Gefälle gibt, was den Röstgrad der Bohnen angeht? Dass die Skandinavier Pro-Kopf-Europameister sind oder die Äthiopier auf einer heißen Pfanne rösten? Dass die Sorte Liberica vor 80 Jahren irgendwann vergessen wurde, weil sie aufwändig zu ernten ist und Arabica so fruchtig schmeckt, weil sie im Hochland länger wachsen kann? Nein? Dann fragen Sie Oliver Krach. Sie können aber auch einfach nur einen Kaffee trinken. Bei Bedarf gibt's die Information, von welchem Feld er stammt...

 

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