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RP - Zeitungsbericht

Erste Kaffeerösterei in Moers ist geöffnet

VON MAIKE KNORRE

Moers (RP). Oliver Krach und Team setzten auf Qualität bei Kaffee und Küche. Als Konkurrenz zum Café Del Sol sehen sie sich nicht.

Rheinische Post vom 09.08.13Der weiße Schriftzug "Kaffeerösterei" prangt schon fast ein ganzes Jahr an der Fassade des Neubaus an der Rheinberger Straße zwischen Bowling Arena und Café Del Sol. Nach insgesamt zwei Jahren Bauzeit ist jetzt auch die Innengestaltung abgeschlossen, und die erste Kaffeerösterei in Moers öffnet ihre Türen.

Obwohl Inhaber Oliver Krach und seine Frau Myriam vor zwei Wochen klangheimlich und ohne Werbung den Betrieb aufgenommen haben, kommen bereits viele Gäste in die Kaffeerösterei & Gastronomie Oranien-Nassau. Die Röstmaschine, die der Lokalität ihren Namen verleiht, begrüßt sie beim Passieren der großen Schwingtür eindrucksvoll und stählern zur Linken. Hier röstet Oliver Krach täglich bis zu 500 Kilo Kaffee und Espresso. Ausgewählte Bohnen aus Brasilien und Indien, zusammengestellt zu hauseigenen Blends (Mischungen), darunter exklusive Liberica-Kaffeebohnen mit einer Jahresernte von nur 300 Kilo.

Frisch gemahlen und gebrüht wird der Kaffee an der langen, dunklen Holztheke vor Kopf, ausgeschenkt in zwei Gasträumen mit hohen Decken und Fenstern, die einen Blick auf den umliegenden Terrassenbereich gewähren. Die Einrichtung ist rustikal und doch puristisch, bunte Zuckerstreuer und silberne Kerzenleuchter stehen auf Naturholztischen. Bis auf die Lounge-Ecke ist alles selber gebaut, Treppenlauf, Regale, Bartisch. "Unser Konzept setzt auf Qualität", sagt Inhaber Oliver Krach. "Das zieht sich wie ein roter Faden durch den Tag, angefangen beim Frühstück, über den Mittags- und Kuchentisch bis hin zur Abendkarte." Küchenchef Stephan Conze, der schon eng mit TV-Koch Frank Buchholz gearbeitet hat, sorgt mit seinem Team für eine wechselnde regionale und saisonale Küche. Den rheinischen Sauerbraten bezieht er etwa von umliegenden Metzgern und Bauern, auch ein Wagyu Burger vom Kobe-Rind steht auf der Karte.

Dieses Qualitätsverständnis sei es auch, das die Kaffeerösterei von Kaffeeketten unterscheide. "Wir sind keine Systemgastronomie, hier gibt es weder Mikrowelle noch Tiefkühltruhe in der Küche", sagt Oliver Krach. Und weil Qualität schließlich Zeit brauche, dauere es auch schon mal eine Weile, bis der Kaffee auf dem Tisch steht. Aus 19 verschiedenen Kaffee- sowie Espressobohnen kann der Kunde wählen, darunter die säuerliche Arabica-, eher bittere Robusta- oder eben die herzhafte Liberica-Bohne. Dass der gelernte Metzger und studierte Oecotrophologe einmal die Faszination Kaffee zum Beruf macht, hätte Oliver Krach nicht gedacht. Durch die Arbeit im Vertrieb von Gastronomiebacköfen kam er mehr und mehr in Kontakt mit Röstereien, schaute sich an die 300 Stück in Deutschland an – und sammelte die besten Ideen für sein eigenes Konzept.

Der Standort an der Rheinberger Straße gewann gegen Örtlichkeiten in Ruhrort sowie die alte Trafostation am PM. "Mein Mann ist Utforter durch und durch", sagt Myriam van Kerkhof. Ein altes Schwarz-weiß-Bild im Dachgiebel zeigt das Rathaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Etwas Exklusives schaffen wollten sie und ihre Mann. Noch kommen mehr Gäste wegen des Essens, doch dass die Kaffeerösterei bald vorrangig wegen des guten Kaffees bekannt sein wird, daran zweifeln sie nicht.

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